Aus einer einfachen Montagehalle bestehend wird die Firma WASSMER in Paris im Jahre 1905 von Benjamin Wassmer gegründet. Ab 1910 beginnt er, Propeller zu konstruieren und erhält einen Auftrag des Staates zur Fertigung von 10000 Propellern zu Beginn des 1. Weltkrieges. Zum Ende des Krieges wechselt er den Standort und zieht nach lssoire.
Ab 1924 wird die Propellerkonstruktion durch die Möbelherstellung ersetzt, die zu dieser Zeit für lukrativer gehalten wurde. Für uns Wassmer-Fans glücklicherweise war ab 1937 Schluss mit dem Möbelbau und die Werkstatt beginnt, Flugzeuge und Segelflugzeuge zu reparieren. Das Jahr 1940 markiert den wirklichen Beginn der Luftfahrtkonstruktion bei WASSMER.
Das erste eigene Produkt ist ein Segelflugzeug mit der Bezeichnung AVIA 152. Im Jahre 1952 ist der Beginn der Herstellung von etwa fünfzig Fauvel, sowie Baby Jodel und D112 unter Lizenz eine Wende in Richtung einer echten Marke "WASSMER". 650 Zweisitzer Jodel und D120 werden von 1954 bis 1967 folgen. Parallel beginnt WASSMER Studien zu Eigenproduktionen. 70 Exemplare des einsitzigen Segelflugzeugs Speer und 30C sowie Exemplare des Bijave-Zweisitzers werden von 1958 bis 1962 produziert. Im Jahre 1959 entsteht die viersitzige Super- IV. Bei der Konstruktion fällt auf, dass alle Flugzeuge dank einer seinerzeit durchgeführten Optimierungsstudie (Kosten/Leistung) nach derselben Konzeption hergestellt werden. Die Flügel sind aus Holz und der Rumpf aus in Leinen gebundenem röhrenförmigem Drillich. Einige Stücke sind bereits aus Composite gefertigt. Der Ingenieur Maurice Collard untersucht als Verantwortlicher des Planungsbüros WASSMER Profile von Flügeln, die der Geschwindigkeit angepaßt sind, indem er die Erhaltung einer optimalen Flügeldicke erlaubt, ohne das Konstruktionsgewicht zu erhöhen. Im März 1966 fliegt die erste WA 50, deren Rumpf komplett aus Composite besteht. Es folgen WA 51 im Mai 1969, WA 52 und WA 54. Insgesamt wurden 155 Viersitzer dieser Serien produziert. Die Kunden verlangten jedoch zunehmend Metallflugzeuge, so dass die Guépard im Mai 1974 erstmals startet. Abschließend vervollständigen WA 80 und 81 eine Serie, die einen der bekanntesten Bereiche französischer Luftfahrzeuge in der Welt ausmacht.
Der Zusammenbruch der weltweiten Produktion leichter Flugzeuge führt WASSMER in den Konkurs im Februar 1978. SIREN kauft die Fabrik zurück und wird zur Issoire Aviation im Februar 1978. Die Firma betreut heute noch die Wassmer-Muster.
Viele der Wassmer-Flugzeuge fliegen auch heute noch und haben ein auch nach heutiger Sicht elegantes Profil. Ersatzteile sind leider selten und teuer. Aber vielleicht gelingt es ja, dass sich die Wassmer-Piloten zusammenschließen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Diese Webseite soll einen Beitrag dazu leisten.